our first meeting in Schoenstatt

 

  unsere erste Begegnung mit dem Ursprungsort Schönstatt – dem Original

 07. – 10. Mai 2009

Eindrücke einer Reise

 

Alles ist besonders, spirituell und von einer heiteren Klarheit: Das Heiligtum, die Schule und selbst das Strauchwerk des Gartens. Stille. Der Morgennebel liegt noch über den Dächern … ein Ort, gleichsam eingehüllt unter dem Schleier der Zeit. Alles, wie es immer war. Wir gehen mit leisen, bewussten Schritten den Weg entlang, folgen den Fußspuren all jener, die als Erste diesen Weg gegangen sind, um das Liebesbündnis einzugehen. Etwas ist gegenwärtig … eine Präsenz, die wir nicht sehen, die uns aber umgibt … fühlbar, während wir uns ein erstes Mal dem Urheiligtum nähern, dem Heiligtum der Gottesmutter.

 

Die Heiligkeit und Tiefendimension der Jahre liegen schwer über der Frische des Morgens … wir fühlen uns hinein- und zurückgezogen in die ersten Tage des Heiligtums und spüren eine Art innige Vertrautheit mit Pater Kentenich. Die Kerzen am Altar für Josef Engling, die Menge der Menschen, die sich zur Messe sammeln – die erste Messe hat zu dieser frühen Stunde schon begonnen – der alte Herr auf der Kirchenbank, ganz ins Gebiet vertieft … hier hat der Himmel wahrhaft die Erde berührt.

 

Von der Heiligkeit des Ortes zum Schweigen eingeladen, stellten wir uns auf in die Reihe der Wartenden vor dem Urheiligtum, wo die Heilige Messe begonnen hatte. Es war nicht länger nur eine Geschichte, die wir von Schottland her kannten, sondern es war die Realität … es war das erste, das Urheiligtum … sichtbar und unverändert … und … es war das Bündnis, welches hier – in diesem winzig kleinen Gebäude – seinen Anfang genommen hatte … unsichtbar und dennoch in der gesamten Schönstatt-Bewegung zum sichtbaren Zeugnis geworden. Wir empfanden uns als buchstäblich eingetaucht wie in ein Meer von Gnade. Wir verbrachten die Zeit der hl. Messe kniend – demütig und uns des großen Privilegs bewusst. Ja, und wir waren über alle Maßen überrascht, dass das Innere des Ortes unserem eigenen in Campsie Glen absolut, bis ins letzte Detail gleicht. Marias Bildnis beherrscht den gesamten Innenraum und zieht uns an … hin zu Gott.

 

Es war ein Ruf gewesen, nachhause zu kommen – gleichsam ins Zentrum oder Mutterhaus. Jetzt gehörten wir wahrhaftig zu Schönstatt. Unsere Liebe Frau hatte uns hierher gerufen … als Teil ihres Planes für uns und unsere Familie.

 

Für uns war es auch eine erste, unmittelbare Begegnung mit Pater Kentenich. Zuhause kannten wir ihn nur als eine Gestalt auf einem Photo, als einen Namen, den Gründer und Leiter der Schönstatt-Bewegung. Hier begegneten wir ihm wie einem Vater, der darauf wartet, mit und für uns zu arbeiten. Wir fühlten seine Gegenwart, die uns in keiner Weise erschreckte oder bedrohte, die wir aber als Herausforderung empfanden.

Ein weiteres Novum unserer Pilgerreise war es, zu erkennen, welchen Platz doch Pater Kentenich in der Bewegung innehat. Er war nicht nur der Gründer, der mittlerweile in den Hintergrund geraten wäre … vielmehr steht er nach wie vor im Mittelpunkt der Schönstatt-Bewegung. Selbstverständlich? Wir mussten uns zu den Wurzeln von Schönstatt begeben, um dies zu erkennen. Für uns wurde es ein ganz neuer Anfang.

 

Unter der  Führung von Schwester Margareta, die unsere gesamte 'Tour' in der ihr eigenen, anmutigen Art begleitete, wurde uns die denkbar umfassendste Berichterstattung über das Leben des Gründers zuteil. Angefangen von seiner Berufung zum geistlichen Begleiter ("Spiritual") der 'Buben', über die Zeit seiner Einzelhaft in Koblenz – (durch Besuch des nachgebildeten  Bankgewölbes) – bis hin zu den Jahren in Dachau mit späterem Exil in Milwaukee – erfuhren wir vertrauliche Details, die weit über die  bekannten Inhalte verschiedenster Veröffentlichungen hinaus gingen und all das mit Feingefühl und großer Sachkenntnis vorgetragen. Vergangenes wurde hier für uns zur lebendigen Gegenwart. So war es, und so empfanden wir es, und wir fühlten uns als ein Teil von alledem. Vergleichbar dem Enkelkind, das Familiengeschichten erzählt bekommt, Geschichten aus dem Leben derer, die vor ihm waren.

 

Bei unserem ersten Besuch in Schönstatt hatten wir das Gefühl, 'nachhause' zu kommen, und an dem Kongress teilzunehmen war wie ein "Familientreffen" – entfernte Vettern und Cousinen einbezogen.

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Die vertretenen Delegationen aus sieben Ländern beeindruckten uns allesamt durch ihre gleichsam gebündelte Stärke – durch den Schönstatt-Geist, den sie vertraten. Ihr gemeinsames Engagement für das Liebesbündnis und die Art, es in ihre diversen Gruppen und Familien zu integrieren, war für uns eine echte Herausforderung – ein Weg, dem es nachzueifern gilt. Wir wollten sie besser kennen lernen. Ihre Bereitschaft, auf einander zuzugehen – uns eingeschlossen – und gegenseitig Erfahrungen und Zukunftspläne auszutauschen – war für uns zutiefst überzeugend. Und trotz Sprachbarriere umfasste das Programm eine weite Thematik – auch ohne Dialog. Wir als das 'schwächste Glied' konnten uns nur in unserer Muttersprache – Englisch – zu Wort melden. Für uns heißt es jetzt, mit Blick auf die nächsten Konferenzen Deutsch zu lernen.

 

Von der Zeit her war es uns nicht möglich, mit allen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen, aber die, mit denen wir in den Diskussionsgruppen zusammentrafen, erlebten wir als authentisch, freundlich, zugewandt und offen – als welche, die uns 'Rookies' (am. für: Anfänger, Küken) als ihresgleichen ansahen.

 

Wir empfanden es als eine Vollmacht, die uns zur Zusammenarbeit auffordert und die wir frohen Herzens annehmen, wenn wir beim nächsten Treffen unsere Pläne und Ideen mit einbringen wollen. Derzeit freuen wir uns darauf, im August 2009 für eine Besuchergruppe bei uns in Campsie Glen selbst Gastgeber zu sein; von einigen Familien aus Österreich und England sind bereits Zusagen eingegangen.

 

Uns ist klar geworden, dass jede Familie die Gelegenheit haben sollte, das Urheiligtum zu besuchen, wo Pater Joseph Kentenich die christliche Familienbewegung gegründet hat, deren Ziel und Zweck es ist, dem Leben in Ehe und Familie zu einer stabileren Basis zu verhelfen.

 

Wir sehen es als Privileg, dass wir die hier beschriebene Erfahrung machen durften.

Die Einladung war von Schwester Margareta ausgegangen und von Grundtvig LLP finanziert worden. Wir sind für dieses einzigartige Erlebnis aufrichtig dankbar. Elizabeth und Philip Burns.