Entwicklung von Ehepaaren und -runden

Projektauswertung

Zusammenfassende Darstellung der Schritte der Projektarbeit

 

Projektergebnis 1a)

„Kontrastive Bestandsaufnahme (qualitativ/quantitativ) der Angebote“
Siehe HP Midili, Veranstaltungstypen, Übersicht 2008:

Quantitativ: Veranstaltungstypen und Durchführung der Veranstaltungen im Kalenderjahr 2008.

Die qualitative Beurteilung dieses heterogenen Angebots wurde zusammen mit den Überlegungen zur Wirksamkeit (Punkt 1b) vorgenommen.

 

·      Projektergebnis 1b)

„Wirksamkeitsüberprüfung“

Die Frage nach Möglichkeiten die „Wirksamkeit“ festzustellen, erforderte viele Überlegungen und Diskussionen.

Alle Angebote zielen zunächst und vorrangig auf Erhöhung der sozialen Kompetenz, d.h. konkret Erziehungs- und Partnerschaftskompetenz. Es werden durch die Seminare in ihren verschiedenen Formen Vorgänge angestoßen, die sich im inneren Bereich eines Ehepaares abspielen, die man von außen wohl subjektiv feststellen kann (Änderung des sozialen Verhaltens), die sich aber einem objektiven analytischen Zugriff entziehen, es sei denn, man dringt in die Partnerschaft ein, was nicht Ziel unserer Angebote ist. (Eine subjektive Beurteilung von Veränderungen der sozialen Kompetenz von Ehepaaren siehe Punkt 6))

 

Im Sinne des Grundtvig-Ansatzes bezeichnen wir Angebote dann als „wirksam“, wenn sie zu lebenslangem Lernen, zu Eigeninitiative und Kreativität, Erhöhung des Selbstvertrauens und Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit hinführen – diese Charakteristika sehen wir in „Familienrunden“, die über einen längeren Zeitraum bestehen, sehr gut realisiert.

 

Die „Wirksamkeitsüberprüfung“, d.h. die qualitative Beurteilung, geht in die Richtung, inwieweit die Angebote Anreize bieten, mit anderen Familien eine Familienrunde zu bilden – als nachhaltig wirksame Form des gemeinsamen Lernens.

 

·      Projektergebnis 2)

„Transnationale Benchmarks für Wirksamkeitsüberprüfung“

Die Clusterung der heterogenen Angebote in Bezug auf deren Zeitdauer erwies sich als zweckmäßig, und zwar in:

- Tages-/Wochenendveranstaltungen

- Serien von Tagesveranstaltungen (z.B. Ehevorbereitung intensiv)

- Wochenveranstaltungen (Familienwochen, Familientagungen)

- Multiplikatorenausbildung (z.B. Familienakademie)

 

Der transnationale Benchmark bezieht sich auf die Überprüfung, wie weit die im Cluster zusammengefassten Angebote zu langfristigem Lernen in Familienrunden führen.

Der Benchmark wurde im transnationalen Team durchgeführt, Ergebnis siehe Tabelle:

 

Benchmark für die Veranstaltungscluster

 

„Anreize eine Familienrunde zu starten“

hoch

mittel

schwach

nicht

Tages-/Wochenendveranstaltungen

 

 

 

X

Serien von Tagesveranstaltungen

 

 

X

 

Wochenveranstaltungen

X

 

 

 

Multiplikatorenausbildung

 

 

 

X

 

 

Ergebnis des transnationalen Benchmarks für Wirksamkeitsprüfung aus pädagogischer und organisatorischer Sicht:

- Wochenveranstaltungen, im Allgemeinen einwöchige Familientagungen im Sommer, sind bevorzugt geeignet, um Anreiz für die Gründung einer Familienrunde bzw. die Teilnahme an einer bestehenden zu bieten.

- Alle anderen Veranstaltungstypen sollen auf diese Familientagungen hinführen.

- Besonders gut geeignet sind dafür „Serien von Tagesveranstaltungen“.
Best practices dafür sind: Serien von Hausgesprächen mit einem fixen Teilnehmerkreis, einem fixen Begleitehepaar und wechselnden Referenten, z.B. mit Absolventen der Ehevorbereitung oder Ehepaaren aus dem Bekanntenkreis eines Multiplikatoren-Paares, z.B. zu Erziehungsthemen.

Das Ergebnis für die Wirksamkeit der Familienangebote graphisch dargestellt (siehe Anfang der Seite)

Projektergebnis 3)

Grundlegende Standards für die Multiplikatorenausbildung

Die transnationalen Partner stimmen überein, dass die Kompetenz (und die Anzahl) von Multiplikatoren für Familientagungen (und auch für die anderen Veranstaltungsangebote) wesentlich ist für die Annahme des Bildungsangebots.

Ferner gibt es auf Grund eigener Erfahrungen Übereinstimmung, dass erfahrene und rhetorisch kompetente Ehepaare am besten geeignet sind, um als Referenten und Begleiter in Familientagungen und in den anderen Angeboten zu wirken.

 

Die lehrenden Organisationen bilden seit 1992 (Österreich), 2000 (Ungarn und Deutschland) Multiplikatoren an Familienakademien aus. Ein Vergleich der Curricula und ein Erfahrungsaustausch darüber führte zu einem Standard-Curriculum, das im folgenden Rahmen zusammengefasst ist:

Bereiche

Unterrichtseinheiten

Vorträge: Partnerschaft, Erziehung, pädagogische Grundlagen und Rhetorik

48

Reflexion und Umsetzung im Ehepaar und Arbeit an Themen

64

Gruppenarbeiten, Reflexion in der Gruppe, Diskussion und Erfahrungsaustausch

94

Gesamt-Unterrichtseinheiten

206

·      Unterstützende Maßnahmen 4)

Über die ursprüngliche Konzeption hinaus wurde im Projektzeitraum ein internationaler Kongress Mai 2010 ausgerichtet.
Ziel: Die Basis für das partnerschaftliche Lernen verbreitern in Bezug auf Anzahl der involvierten Personen wie auch der involvierten Länder.

Früchte daraus siehe Punkt 5)

 

·      Folgeaktivitäten außerhalb des Projektzeitraums 5)

Um die Nachhaltigkeit der transnationalen Zusammenarbeit dieses Projektes zu illustrieren ein paar kurze Informationen über Folgeaktivitäten, die aus der Zusammenarbeit entstanden sind:

- Die Akademien für Familienpädagogik in Memhölz, Deutschland und Wien bieten den Partnerorganisationen in Spanien und Portugal einen Transfer der Multiplikatorenausbildung in deren Länder an. Start-Veranstaltungen in Portugal und Spanien haben in der ersten Novemberwoche stattgefunden (mit den Ehepaaren Jehle und Berger).
Basis der Multiplikatorenausbildung sind die „Grundlegenden Standards für die Multiplikatorenausbildung“ (Punkt 3).

- Während der Laufzeit des Projektes wurden binationale Familientagungen zum Thema Kindererziehung vereinbart. Diese finden im Sommer 2012 statt, u. zw.:
SCO + A in Wien; CZ + A in Tschechien; A + CRO in Kroatien (Erweiterung des Kreises der Länder).

- Ebenfalls außerhalb des Kreises der Partnerorganisationen dieses Projekt:
Die Akademie für Familienpädagogik Wien hat im Juni 2010 einen Transfer der Multiplikatorenausbildung nach den Grundsätzen von Punkt 3) nach Litauen begonnen.

 

·      Veränderung der sozialen Kompetenz 6)

Beschreibung der Veränderung bei Ehepaaren in Kursen der Akademie für Familienpädagogik, Memhölz, Deutschland durch das Leiter-Ehepaar Gertrud und Norbert Jehle lic.fam.:
„Es wächst das Bewusstsein über das eigene Profil und die eigene Aufgabe als Ehepaar. Sie sind besser fähig Entscheidungen zu treffen, wofür sie ihre Zeit verwenden, sie entwickeln die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und können sich von Fremdbestimmung abgrenzen.“

 

 

 

 

 


 

 

Familienakademie

 

Ausbildung von Ehepaaren zu Multiplikatoren

Ausbildungs-Richtlinien

 

1) Teilnehmer

Die Teilnehmer sind Ehepaare, die in der eigenen Beziehung wachsen und Wissen und Erfahrungen an andere Paare weitergeben wollen.

Paaren, die sich in Therapie befinden, ist eine Teilnahme nicht möglich.

Mit jedem Paar findet ein mindestens 1,5 stündiges Aufnahme-Gespräch mit dem Leiterehepaar statt.

 

2) Ausbildungsziel

·          Stabilisierung und Vertiefung der eigenen Partnerschaft und Ausrichtung auf einen gemeinsamen Lebensentwurf.

·          Erarbeitung eines familienpädagogischen Schwerpunkt-Themas, basierend auf eigenen und fremden Erfahrungen aus der Familien-Praxis.

·          Pädagogische und rhetorische Fähigkeit der Vermittlung in persönlichen Gesprächen und in Referaten.

·          Ein 45 Minuten Referat in einer fremden Umgebung halten (Hausgespräch)

 

3) Kursgröße und Kursdauer

Sechs bis neun Ehepaare nehmen an einem Kurs teil, ein Begleit-Ehepaar (i.A. ein Absolventenehepaar eines früheren Kurses) begleitet den Kurs während seiner gesamten Dauer von zwei Jahren.

Am Kursort werden 206 UE an zwölf Wochenenden und in zwei Tagungswochen abgehalten. Etwa die gleiche Zeit verwenden die Ehepaare zur Reflexion, zum Studium und zur Vorbereitung zu Hause.

 

4) Inhalte, Methoden

Die Inhalte haben im ersten Jahr den Schwerpunkt „So lernen wir Familie“, im zweiten Jahr „So lehren wir Familie“.

·          48 UE werden Inhalte in den Bereichen Partnerschaft, Erziehung, pädagogische Grundlagen und Rhetorik vermittelt

·          64 UE haben die Paare Gelegenheit zur Reflexion und zur Arbeit an Themen. Unter anderem arbeiten die Paare in der Kurszeit und in der Freizeit mehrere Referate aus (ca. 8 Referate unterschiedlicher Dauer), die in der Kursgruppe vorgetragen und mit Video analysiert werden.

·          94 UE stehen für Gruppenarbeiten, zur Reflexion in der Gruppe, für Diskussionen und zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung.

·          Zusätzlich werden persönliche Gespräche der Paare mit Referenten und der Kursleitung angeboten.

 

5) Methodik des Lernens

Für die teilnehmenden Ehepaare, die voll im Beruf stehen und oft mehrere Kinder haben, sind effiziente Methoden der Erwachsenenbildung notwendig:

·          Aufbauen auf den eigenen Erfahrungen und der eigenen Lebenssituation

·          Impulslernen mit mehrwöchigen Intervallen, in denen (bewusst und unbewusst) Erkenntnisse und Anregungen individuell und im Paar verarbeitet werden.

·          Das Einüben des Gesprächs (ungestört und zu einer guten Tageszeit) als Grundlage des seelischen Wachstums als Ehepaar.

·          Einsatz technischer und methodischer Hilfsmittel.

 

6) Abschlussprüfung

Ein Referat im Rahmen eines Hausgespräches mit ca. fünf fremden Paaren und einem Prüferpaar mit anschließender Diskussion.

 

7) Grundlagen der angewandten Pädagogik

Jedes Ehepaar wird in seiner einzigartigen Originalität wahrgenommen und gefördert. Das Ehepaar ist die primäre „Arbeitsgruppe“, die von der Gesamtgruppe durch Erfahrungsaustausch und Reflexion bereichert wird.

Der Pädagogik von J. Kentenich zugrunde gelegt ist das christliche Menschenbild mit dem Vertrauen in die persönlichen Fähigkeiten sich zu entwickeln und in der Liebe zu wachsen.

 

8) Referenten

Die Referenten sind Ehepaare, meist Absolventen, die von der Akademie für Familienpädagogik weitergebildet werden.

 

9) Organisation

Die Akademie für Familienpädagogik ist ein gemeinnütziger Verein, der durch Spenden, Beiträge der Teilnehmer und ehrenamtliches Engagement getragen wird.

 

 

 

Angebote zum Transfer der Multiplikatorenausbildung

 

Portugiesisch

http://www.mydrive.ch/browse#/7035682/Lisboa%202010-11-03

 (Zugangsdaten separat anfordern bei erich.berger@aon.at)

Spanisch

http://www.mydrive.ch/browse#/7035680/Madrid%202010-11-06

(Zugangsdaten separat anfordern bei erich.berger@aon.at)

 

 

 

Familienrunden

Vier bis sechs Familien treffen sich ca. monatlich bei jeweils einer Familie.

Ziel ist Stärkung der Kompetenz, des Selbstvertrauens und der Eigeninitiative der Familien. Das wird durch „Lernen“ und „Erfahrungsaustausch“ erreicht. Das Lernen kann durch Material aus Familientagungen, durch Referenten oder Material aus der Familien-Zeitschrift geschehen. Das aufgenommene Material wird im Erfahrungsaustausch verarbeitet. Die Umsetzung von den Teilen des Materials, die in der jeweiligen Familiensituation relevant sind, durch die einzelnen Ehepaare wird so vorbereitet und ermöglicht.

Familienrunden sind im Allgemeinen zeitlich nicht begrenzt. Viele bestehen 10 Jahre und länger.