Die Suche nach eine gemeinsame Vision als Integrationsmoment in Unsere Schule 

von Patty Ganley, Schuldirektorin

 Mount Carmel R.C. Primary School, Manchester

 Der Weg, den wir eingeschlagen haben, unser ?Mission Statement? neu anzuschauen hat in Frühling letztes Jahr angefangen, angestossen von einer Schulaufsichtsinstanz zuständig für die Religiöse Entwicklung in unserer Katholischer Schule. Wenn der Aufsicht als Schlüssel zu Weiterentwicklung eine Neuanschauen von Mission Statement als Resultat einer Inspektion vorschreibt, kann man behaupten, dass wir sehr gut durchgekommen sind.

 Eine Schule im Wechsel

Seit September 2002 bin ich Leiterin der Schule Mount Carmel. In diesen vergangenen sechs Jahren hat sich unsere Schule wesentlich verändert. Kurz nachdem ich die Aufgabe in Mount Carmel angenommen habe, hat die Regierung die Regeln der Zulassung von Kinder zur Schule geändert. Vorher unter das Gesetz von 1918 und 1946 unter Sektion 91 hat das leitende Gremien einer Katholischer Schule (Schulaufsichtsrat genannt Governing Body) das Recht zu entscheiden, wie viel nicht-katholische Kinder zu der Schule zugelassen werden, und hatten dann das Recht, Plätze frei zu lassen, wenn kein Katholisches Kind vorhanden war, sie zu nehmen. Bevor diese Gesetzesänderung  in Kraft trat, waren 98% unserer Schüler katholisch. Dieses Recht ist in 2002 entfallen und hat Konsequenzen für unsere Schule.

 Die Schule hat nicht-katholische Kinder zugelassen. Die meisten unsere Kinder sind Christlich, Katholisch und andere Denominationen. Wir habe zwei moslemische Familien zur  Zeit mit Kindern in unserer Schule. Der Schulvorstand (Governing Body) der Schule hat dieser Neuentwicklung in Sicht genommen und die Frage gestellt, wie können wir, die Kinder verschiedener christlicher Denominationen und Religionen in unserer Schule integrieren ohne unser starke katholische Ethos zu schwächen? Ich glaube, wir haben diese Ziel gut erreicht. Unsere Kinder, die nicht katholisch sind, füllen sich gut aufgenommen und in ihrer Art akzeptiert. Sie sind zufrieden und froh wie alle andere Kinder und nehmen soweit möglich  Anteil in Gebets- und liturgische Leben der Schule.

 Zur gleichen Zeit  änderte sich die Demographie des Gebietes um die Schule. Über die letzten paar Jahre haben wir einen grossen Zulauf von Kindern aus Afrika, vor allem West Afrika und ein significantes Wachstum in der Zahl der Kinder aus Polen, der Tschechischen Republik und Litauen. Im Jahr  2005 stammten nur 8.8% unserer Kinder aus ethnischen Minoritäten. Als wir mit unserer Review angefangen haben, war diese  Gruppe auf 25% gewachsen und inzwischen ist sie noch größer.

 Die Zahl der Schüler an unserer Schule ist in diesen Jahren gewachsen. 2005 hatten wir 355 Kinder. Am Anfang 2008 hatten wir 401 (und jetzt sind es 418). Dies bedeutete, dass wir mehr Lehrkräfte und unterstützende Personen anstellen mussten, um den größeren Bedarf abzudecken. Eine weitere Veränderung liegt in dem Anstieg der Sozialfälle, dies es in dem Stadtteil von Blackley und Harpurhey gibt. Vor drei Jahre hat eine regierungsamtliche Statistik erklärt, daß Harpurhey einer der  bedeutendsten defizitären sozialen Brennpunkte Großbritanniens war. Also  hatten wir  guten Grund, unser Leitbild (mission-statement) als Schule neu anzuschauen.

 P. Bryan Cunningham, Leiter des Schulvorstandes, hatte mit mir mehrere Diskussionen, wie wir unser Leitbild als Schule neu formulieren. Hauptthemen entstammen aus den Beobachtungen vom Wechsel und Wachstum der Schule und den Änderungen in der Umgebung. Es ging um Ehrfurcht vor den Unterschieden der Kulturen unter den Kindern und die Herausforderung einer integrierenden Haltung im Rahmen der wachsenden Breite der Diversität der Schüler. Ich habe auch mit Leiterinnen anderer Schulen gesprochen und ihre Erfahrung abgefragt. Dies hat eine Bandbreite von total neuen Prozessen in Gang gesetzt mit allen, die zur erweiterten Schulgemeinschaft gehören. Viele kleine Details wurden bewusst anders gestaltet, die aber in ihrer Gesamtheit ein neues Klima herbeiführten.

 Wir schreiben das Jahr 2008 ? eine Jahr des Festes für Mount Carmel. Die jetzige Kirche von Mount Carmel ist 1908 gebaut und wir wollten Das Jahrhundertjubiläum als Pfarrei und Schulgemeinschaft feiern. In der Schule haben wir entschieden, dass wir unser Mission Statement (=Leitbild)  in Zusammenhang dieses historischen Ereignisses neu suchen und feiern.

Der Prozess

 Konsultation mit dem Schulrat der Kinder

In Frühling 2008 habe ich unser Mission Statement (=Leitbild) mit den Mitgliedern des Schulrates besprochen und ihre Ideen für die weitere Arbeit aufgenommen. Die Kinder waren der Meinung, dass in unserem Mission Statement die fürsorgliche Art unserer Schule widergespiegelt wird. Es soll die gute Beziehungen unter einander zeigen, die wir erleben. Weiterhin soll das Statement unsere gegenseitige Ehrfurcht voreinander, vor allem bezüglich der Unterschiede unter uns beinhalten.

 Konsultation mit dem Schulvorstand (School Governors)

Im Juli 2008 traf sich der Schulvorstand im Schoenstatt-Zentrum Kearsley um einen Visionstag zu halten. Bei dieser Tagung hatten wir folgende Schlüsselfragen zu beantworten:

 Wer sind die Visionsträger für unsere Mount-Carmel-Schule?

Was ist unser Ziel?

Welche Aufgabe möchten wir erfüllen?

Was ist an uns als katholische Schule kostbar?

 Die Tagung war fruchtbar und kreativ. Wir haben viele guten Ideen gesammelt.

 Konsultation mit LehrerInnen und anderem Personal der Schule 

Diese Konsultation - angefangen von den Kindern und dem Schulvorstand - ging jetzt weiter mit dem gesamten Personal der Schule. Wiederum haben wir die Erfahrung gemacht, dass dieser Prozess viel Leben bringt und die Moral verbessert. Alle LehrerInnen und andere Angestellten konnten aus der Alltagsroutine aussteigen und in kritischer Distanz einen größeren Horizont in den Blick nehmen. Wir haben die Wichtigkeit unserer Arbeit und die geistig/geistliche nährende Atmosphäre, die wir in der Schule schaffen, wahrnehmen und feiern können.

 Konsultation mit den Eltern und den Fürsorgern unserer Kinder

Der nächste Schritt war, die Eltern einzuladen. Wir haben einen Nachmittagskaffee veranstaltet und alle Eltern dazu eingeladen. Es kamen vergleichsweise wenig Eltern. Aber diejenigen, die kamen, haben sich gut in den Prozess einbracht; und für uns war es eine schöne Erfahrung, die bestätigenden Beiträge der Eltern zu hören.

 Das Kernteam erarbeitet einen Entwurf

Der Schluss dieses 18-monatigen Prozesses  war zu Händen eines Kernteams gegeben, um einen Entwurf eines Mission Statements (=Leitbild)  zu erfassen. Mitglieder waren P. Bryan, der Verantwortliche für die religiöse Entwicklung der Schule, die aus der Grundschule kommt, ein  Elternpaar aus dem Schulvorstand, eine Lehrassistentin aus dem Kindergarten und ich als Leiterin der Schule. Unsere Aufgabe war es, alle Themen, die im Konsultationsprozess gesammelt worden waren, zu sichten und zu einer Formulierung zu verdichten, damit die Hauptthemen zentral ausgesprochen und alle Nebenthemen mitintegriert waren.

 Im Juli 2008 feierten wir das Patronatsfest der Pfarrei als Jahrhundertjubiläum. Es entstand eine Aussage aus der Liturgie, die ein Zitat aus dem Pfarrlied war:

 ?Ave Maria, liebende Mutter

Lächle Deine Kinder hier auf Erden an?

 Dieses Wort ist Schlüsselwort der Jahrhundertfeier geworden, und es war ein treffender Sammelbegriff für den Prozess der Neufindung des Mission Statements (=Leitbild) der Schule. Die Hauptthemen waren, dass jedes Kind sich als geliebtes Kind Gottes willkommen fühlt. Für mich persönlich war das Thema Familie und das Konzept der Gesamt-Schulgemeinschaft als Familie wichtig und musste unbedingt darin ausgedrückt werden. Wie vorher erwähnt, war das Thema Diversität ? also die ganze soziale und kulturelle Weite, die wir in der Schule stark gemerkt haben, sollte aufgenommen und eine Antwort der darin gesehenen Herausforderung gegeben werden in Rahmen  vom Plan Gottes für unserer Schule. Wir wollten betonen, dass wir die Überzeugung waren, dass die Kinder in der Schule nur erfolgreich werden, insofern sie sich als geschätzt erfahren und das Gefühl der angenommenen Zugehörigkeit teilen. So entstand unser Entwurf:

 In der Mount-Carmel-Schule sind wir dankbar, jedes Kind als von Gott geliebt willkommen zu heißen. Die Hoffnungsbotschaft Christi verkündend leben wir als eine fürsorgliche Familie des Glaubens und in gegenseitiger Ehrfurcht. Wir feiern unsere Einmaligkeit, umarmen unsere Unterschiede, schaffen Platz für Verzeihung und machen uns auf den Weg. Wir entwickeln ein gemeinsam-geteiltes Verständnis vom Liebesplan Gottes mit jedem von uns. Da unsere Kinder sich zugehörig fühlen  und geschätzt werden, sind sie erfolgreich und wachsen weiter. Unsere Lieben Frau von Berge Carmel lächelt ihre Kinder jeden Tag an.

 Aus dieser Formulierung ist unter den Kindern eine  kindgemäße Version entstanden. Das Mission Statement wurde beim Adventsingen 2008 zuerst publiziert. Im Januar 2009 haben wir dieses Statement mit den Kindern bei Veranstaltungen nochmals angeschaut und es wurde in das Prospekt der Schule, in die Verträge zwischen den jeweiligen Elternhäusern und der Schule und in der Internet Homepage der Schule www.mountcarmel.manchester.sch.uk aufgenommen. Jetzt sind die Kinder dran, ein Logo für das neue Mission Statement zu entwickeln. Diese Arbeit ist noch im Gange.